Fernstudium
März 3, 2008Beim Fernstudium findet im Gegensatz zum Präsenzstudium der größte Teil des Studiums abseits des Campus statt. Der Fernstudent wird von einer Institution betreut, etwa durch besonders aufbereitete Materialien, Studienberatung, die Korrektur von Einsendeaufgaben oder Prüfungen.Zu unterscheiden ist zwischen dem Fernstudium,
das zur Erlangungen eines akademischen Grades (z. B. Diplom, Bachelor oder Master) führt, und dem lediglich weiterbildenden Fernunterricht zu verschiedensten Themen.
Entwicklung
Die ersten Fernunterrichtsangebote wurden
ursprünglich auch als Korrespondenzkurse bezeichnet, da der Student und
die betreuende Einrichtung per Post miteinander in Kontakt standen. Das
traditionelle Fernstudium hat wegen seiner Anonymität und des Zeitmangels der
meist berufstätigen Studenten oft hohe Abbruchquoten.
In letzter Zeit soll E-Learning dem Fernstudium
Aufwind bringen. Ein weiterer Schritt sind Online-Studiengänge - man studiert
nahezu vollständig in einem Lernraum im Internet. Daneben gibt es jedoch
Prüfungs- und Präsenzphasen an einer Hochschule. Der „Lernraum“ ermöglicht,
digitale und interaktive Lernmaterialien über das Netz zu verteilen und die
Kommunikation zwischen Studenten und Lehrkräften sowie unter den Studenten
untereinander zu steigern. Im Vergleich zum klassischen Fernstudium haben
Online-Studiengänge daher geringere Abbruchquoten.
Zunehmend bieten auch Präsenz-Fachhochschulen
und Universitäten Fernstudiengänge oder weiterbildende Fernstudien an. So bietet
z.B. die Hochschule Wismar diverse Bachelor- und Masterstudiengänge in
nichttechnischen Fächern mit staatlichen Abschlüssen an. Ein universitäres
technisches Ingenieurfernstudium bietet z.B. die TU Dresden. Auf postgraduale
(weiterbildende) Fernstudiengänge spezialisiert hat sich das Zentrum für
Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der TU Kaiserslautern (ZFUW).
Eine repräsentative Studie von forsa und der
Euro-FH mit 300 deutschen Unternehmen mit mindestens 150 Mitarbeitern im Januar
2007 ergab, dass die Absolventen eines Fernstudiums bei Personalverantwortlichen
äußerst gefragt seien: 80 Prozent hielten es mindestens für gleichwertig, weil
ein Fernstudium eine hohe Motivation, Zielstrebigkeit, die Fähigkeit zum
Zeitmanagement, Organisationstalent, Selbständigkeit und Flexibilität
attestiere, nur rund jeder fünfte Personalchef bewertete ein Präsenzstudium
höher. Nach Meinung der Befragten sollten Fernstudiengänge ein Gütesiegel etwa
der FIBAA haben und vor allem praxisorientiert sein.
Anbieter im
deutschsprachigen Raum
In Deutschland blieb lange Zeit die
1974 gegründete FernUniversität in Hagen der einzige große Anbieter von
Fernstudien. Durch einen Staatsvertrag zwischen den Ländern erhielt die
FernUniversität einen gesamtstaatlichen Auftrag, Fernstudien anzubieten. In der
Schweiz arbeitet die Stiftung “Universitäre Fernstudien Schweiz” mit der
Fernuniversität Hagen zusammen, bietet aber auch eigene Studiengänge an.
Private - staatlich anerkannte - Anbieter, die
ausschließlich Fernstudiengänge anbieten, sind unter anderem die,
AKAD-Privathochschulen (welche die erste private deutsche Fern-Fachhochschule
war), die Private FernFachhochschule Darmstadt, die Private Fachhochschule
Göttingen, die Private FernFachHochschule Sachsen, die Europäische
Fernhochschule Hamburg (Euro-FH) sowie die größte deutsche private Hochschule
HFH Hamburger Fern-Hochschulemit über 6.000 Studenten.
Katholische Theologie bzw. Religionspädagogik
kann nicht an einer Universität oder Fachhochschule als Fernstudium sondern
lediglich bei der Domschule Würzburg belegt werden. Jedoch ist das Studium
kirchlich anerkannt und qualifiziert für den kirchlichen Dienst.
Literatur
- Otto Peters, Distance education in
transition : new trends and challenges, 4., rev. and extended ed.,
Oldenburg : Bibliotheks- und Informationssystem der Univ., 2004, ISBN
3-8142-0931-1 - Peters war Gründungsrektor der Fernuniversität Hagen - Alexandra Puppe, Die Integration der
Absolventen des postgradualen Fernstudiums Bibliothekswissenschaft an der HU
Berlin in den Arbeitsmarkt : Ergebnisse einer Umfrage zum beruflichen
Verbleib, Berlin : Inst. für Biblliotheks- und Informationswiss.,
Humboldt-Univ. zu Berlin, 2006
